Ein Nachruf auf den Physiker und UFO-Pionier Illobrand von Ludwiger

 

Dieser Nachruf gilt einem Forscher, der in der breiten Öffentlichkeit und selbst in Fachkreisen nicht die Beachtung gefunden hat, die er von seiner Leistung her gesehen unbedingt verdient hätte: dem Physiker Illobrand von Ludwiger, geboren am 20. Juli 1937, verstorben am 5. Juli 2023. Nur wenige Wissenschaftler wussten um ihn und seine Verdienste. Der Grund: Er widmete sich in ernsthafter, wissenschaftlich fundierter Weise einem Phänomen, das sowohl im tonangebenden akademischen Mainstream als auch in der sich als seriös verstehenden medialen Öffentlichkeit extrem verpönt war, ja als spinnert und karriereschädigend galt: dem Phänomen der sogenannten ‚Unidentifizierten fliegenden Objekte’, kurz UFOs genannt.

Kaum jemand anders hat sich mit diesem höchst umstrittenen Gebiet so intensiv, umfassend und über einen so langen Zeitraum hinweg befasst wie Illobrand von Ludwiger. So war er bereits vor bald 60 Jahren auf die UFO-Thematik gestoßen - und seitdem hatte sie ihn nicht mehr losgelassen. Die mangelnde Beachtung und Anerkennung seiner Leistung erklärt sich aber noch aus einem weiteren Umstand: dass er nämlich unermüdlich, aber mit nur ungenügendem Erfolg für eine bislang so gut wie unbekannte physikalische Theorie eintrat, die offenbar als bisher einzige in der Lage ist, die Basis für eine überzeugende Erklärung der grundlegenden und bisher völlig unverstandenen physikalischen Eigenschaften jener UFOs zu liefern.

Es handelt sich um die 6-dimensionale Feldtheorie der Materie und Gravitation des Physikers Burkhard Heim, aus der von Ludwiger eine sog. Projektortheorie abgeleitet hat, die ein Verständnis eines großen und wohl entscheidenden Teils der authentischen UFO-Phänomenologie ermöglicht - ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem bis heute zu beobachtenden hilflosen Herumtappen und der ewigen Grundsatzfrage: Ja gibt es denn diese UFOs überhaupt? Angemerkt sei, dass Heim sein Theoriegebäude noch weiterentwickelt hat in Richtung einer völlig neuartigen Anthropologie, durch die das Wesen des Menschen und dessen Schicksal im 6-dimensionalen Raum umfassend begriffen werden kann.

Angesichts all dessen erweist sich der mangelnde Bekanntheitsgrad Heims wie von Ludwigers als um so tragischer. Lag es bei letzterem vor allem an dem verpönten UFO-Thema, so waren es bei Heim andere missgünstige Umstände: Denn da ein angemessenes Verständnis dieser ebenso umfassend orientierten wie hochkomplexen Theorie ein intensives und zeitraubendes Studium voraussetzt, Heim aber in der Fachwelt keinen Namen hatte, so nahm man ihn erst gar nicht zur Kenntnis. Ein wesentlicher, wenn auch nicht der einzige Grund für diese Misere lag in seiner starken Körperbehinderung, die ihm eine universitäre Laufbahn mit Lehrtätigkeit unmöglich machte, so dass er als Privatgelehrter arbeiten musste und damit ohne Einfluss auf den akademischen Betrieb blieb.

Trotz all der Hindernisse liegen mittlerweile aber eine Reihe von Publikationen von Ludwigers als auch Heims vor (vgl. auch heim-theory.com), die den überragenden Rang beider Gelehrter eindrucksvoll belegen. Da es an dieser Stelle nicht möglich ist, in die näheren Einzelheiten zu gehen, so möchte ich stattdessen noch einmal auf die Person des Verstorbenen zurückkommen. Der im Luft- und Raumfahrtbereich berufstätige Illobrand von Ludwiger betrieb seine Forschungen keineswegs als isolierter Einzelner, sondern er gründete bereits 1974 in München den Verein MUFON-CES, die deutschsprachige Sektion (Central European Section) des amerikanischen Mutual UFO Networks. Diesen Verein leitete er bis 2014 und gründete noch im selben Jahr die IGAAP (Interdisziplinäre Gesellschaft zur Analyse anomaler Phänomene e.V.). Unter seiner Führung waren beide Vereine einer strikt neutralen wissenschaftlichen Forschung verpflichtet, dokumentiert in zahlreichen Publikationen. Entsprechend dem äußerst komplexen und facettenreichen Untersuchungsgegenstand war eine interdisziplinäre Ausrichtung von Anbeginn an unumgänglich, wobei auch mehrere Universitätsprofessoren zur Mitarbeit gewonnen werden konnten - vor allem dank dem Verstorbenen.

Dass der Tod gerade jetzt zuschlug, wo doch die ernsthafte UFO-Szene im Begriff steht, sich endlich aus einer verpönten Schmuddelecke heraus hin zu einem als seriös anerkannten Forschungsbereich zu entwickeln - siehe USA! -, mutet wie eine Ironie des Schicksals an. Seine unermüdliche Tatkraft und souveräne Leitung der Vereine in Verbindung mit einer singulären Fachkompetenz und jahrzehntelangen Erfahrung werden alle, die ihn kannten und mit ihm zusammenarbeiteten, sehr vermissen. Sein Tod ist ein großer Verlust.

 

Lutz Gentes, IGAAP,

im Juli 2023

Nekrolog anlässlich der Beisetzung Illobrand von Ludwigers

 

Liebe Familie von Ludwiger, liebe Freunde, liebe Mitstreiter,

es ist nahezu unmöglich über Illobrand von Ludwiger zu sprechen, ohne die große Rolle zu sehen, die er in der Öffentlichkeit - vielleicht nicht die große, aber doch in einer kleinen, interessierten Öffentlichkeit - einnahm. Denn das ist die Rolle, in der die meisten der hier Anwesenden ihn zunächst kennenlernten: Als Buchautor, als Referent in Vorträgen, als Vorsitzenden der MUFON-CES bzw. IGAAP, oder in Interviews, in denen man über sein seriöses Auftreten und sein enormes Wissen staunte. Er war jemand, der sich mit vollem Einsatz einem Thema widmete, das wichtiger kaum sein könnte, und welches die meisten Menschen daher vorziehen lieber zu ignorieren und zu verdrängen: Dem Thema der UFOs und ihrer Insassen, der Parapsychologie, den Fragen einer neuen Physik, den Fragen eines neuen Weltbildes. Diejenigen, die sich dieser großen, Respekt einflößenden Figur näherten, lernten ihn schließlich als Mensch kennen und unter seinem Vornamen - Illobrand.

Illobrand wurde am 20. Juli 1937 in Stettin geboren. Sein Vater starb nur ein Jahr später, so dass er lediglich dessen Vermächtnis kennenlernen konnte. Doch dieses war für ihn Inspiration, denn sein Vater gehörte zum Mitarbeiterkreis von Hermann Oberth, dem Lehrer von Wernher von Braun, und damit zu den Pionieren der Raketen- und Weltraumforschung. Illobrand studierte Physik, Mathematik und Philosophie, zunächst in Hamburg, dann in Göttingen. Seine Dissertation zum Doktor der Physik konnte er durch den Tod gleich beider Doktorväter, Prof. Lyra und Kohler, nicht abschließen. Doch war er würdiger als mancher andere, der diesen Titel heute trägt.

Seit 1957 war Illobrand mit dem Physiker Burkhard Heim bekannt und später befreundet, dessen Arbeiten er zeitlebens begleitete und förderte, und die heute die Grundlage eines neuen Weltbildes bilden. Während seiner Zeit bei der Firma MBB (heute EADS) hatte Illobrand das große Glück, sich neben den alltäglichen Aufgaben eines Angestelltenverhältnisses mit dieser neuen Physik beschäftigen und sie bekannt machen zu können.

Anfang der 1970er Jahre wohnte Illobrand auf Burg Rabeneck in Oberfranken, wo er sich mit den Symbolen seiner Abstammung und Familiengeschichte umgeben konnte. Sein Name und Adelsprädikat entstammten immerhin einem alten Rittergeschlecht, dessen Wappen er stets als Ring mit sich führte. Die Geschichte seiner Familie, des Rittertums, der großen Deutschen Feldherren und der Dichter und Denker der Aufklärung war eines seiner Steckenpferde, wovon noch heute seine reichhaltige Bibliothek und die vielen liebevoll bemalten Zinnfiguren in seiner Wohnung zeugen.

In der Rolle des Ritters konnte man sich Illobrand gut ausmalen: Als Feldherr der Vernunft, bewaffnet mit dem scharfen Schwert des Verstandes - die Namenssilbe ‚Brand’ bedeutet immerhin ‚Schwert’ auf Althochdeutsch -, gewappnet mit dem Schild der Wahrheit und gekleidet in die Rüstung der Integrität. Dies ermöglichte es ihm, den häufigen Angriffen zu widerstehen, meistens ausgehend von Skeptikern, die ihren eigenen unreflektierten Glauben an den Kanon der vorgefassten Lehrmeinungen für rational und gebildet halten.

Durch seine Neugier, seine Unvoreingenommenheit und seine unbedingte Entschlossenheit, für die Wahrheit einzustehen, auch wenn sie unbequem ist, war es nur folgerichtig, dass er im Jahre 1974 die MUFON-CES - den europäischen Zweig der amerikanischen MUFON - gründete und für viele Jahre leitete. Er führte die MUFON-CES und ihren Nachfolger, die IGAAP, stets mit fester Hand. Für manche war dieser Führungsstil aufgrund seiner Strenge mitunter schwer auszuhalten, doch war seine Maxime, immer der Sache und ihrer Integrität Vorrang zu geben. An der Bedeutung des Lebenswerkes, das er hinterlässt, soll man die Richtigkeit seiner Vorgehensweise messen und ihm im Nachhinein vielleicht einiges verzeihen.

Die Rolle, die er als Vorsitzender der IGAAP innehatte, hat er buchstäblich bis zum Schluss ausgefüllt - und sie hat ihn erfüllt. Noch zwei Tage vor seinem Tod schickte er den letzten Rundbrief per Email. Und den letzten Tag verbrachte er vor allem mit dem Erlassen von Anweisungen, wie seine Arbeit fortzusetzen sei. Für jemanden wie Illobrand, der sein Leben einer Sache verschrieben hat, gelten natürlich andere Maßstäbe, was das Privatleben anbelangt. Wenngleich er zweimal verheiratet war und Vater von vier Kindern wurde, so passen klassische Vorstellungen von Familie nicht in einen solchen Lebensentwurf. Unterschiedliche Überzeugungen und Wertvorstellungen können manchmal nur verwirklicht werden, wenn sich Wege trennen, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Für die Mitstreiter seiner Sache bedeutet sein Tod, dass wir von nun an nicht mehr in seinem Windschatten stehen können, dass wir ohne ihn aufs Schlachtfeld reiten und selber vorne stehen und uns alleine behaupten müssen. Eine Aufgabe, die unglaublich groß erscheint, doch spüren wir bereits jetzt, dass er uns gut auf sie vorbereitet hat - und wir werden an ihr wachsen.

Wir sind dankbar, dass er die schwersten Schlachten vor uns geschlagen hat. Wenn man die aktuellen Ereignisse verfolgt hat, die sich mit der historischen Anhörung im US-Kongress am 26. Juli 2023 überschlagen haben, dann kommt man nicht umhin sich zu wundern: Er hat uns gerade bis hierhin begleitet, bis zum möglichen Vorabend einer neuen Ära, und offenbar ist seine Aufgabe damit erfüllt. Unsere wird eine andere sein - und dank ihm um ein Vielfaches leichter.

Und dennoch wirft die Art seines Abschieds einen noch tieferen Sinn auf unser Dasein. Unabhängig von unserem persönlichen Weg im Leben: Es ist buchstäblich ‚todsicher’, dass wir eines Tages selbst durch das Tor gehen, das er am 5. Juli 2023 in den frühen Morgenstunden durchschritten hat. Die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus von Bad Aibling sagten: Sie haben noch nie jemanden so friedlich, gelöst und entschlossen seinem Ende entgegen gehen sehen.

Illobrand glaubte nicht, er wusste, dass wir nicht aufhören zu sein, nur weil wir biologisch nicht mehr vorhanden sind. Die zahllosen Berichte aus der Literatur, der theoretische Überbau der Heim-Theorie und nicht zuletzt die eigenen Erfahrungen mit technischer Transkommunikation und medialen Personen waren die Grundlage dieser unerschütterlichen Gewissheit.

Selbstverständlich können wir davon ausgehen, dass er hier ist und zuhört. Eines der Dinge, die wir über das Jenseits wissen, ist, dass sich die Toten kaum für ihre biologische Hülle und deren Verbleib interessieren. Aber sie interessieren sich für die Menschen, denen sie im Leben begegnet sind und die sich heute hier versammelt haben - und darüber freut er sich ganz gewiss.

Illobrands tiefe Grundüberzeugung war, dass die Menschheit und ihr gesamtes Wissen nur einen Bruchteil der Realität darstellen. Daran hat die begrenzte Auffassungsfähigkeit seiner Kollegen und der Öffentlichkeit nie gerüttelt. Es war für ihn selbstverständlich, auch in den diffizilsten Angelegenheiten - UFO-Forschung, Parapsychologie, religiöse Erfahrungen, Alchemie oder Magie - mit wissenschaftlicher Präzision vorzugehen, um sein Publikum nicht (oder möglichst wenig) zu brüskieren.

Er hat in seiner Argumentation immer wieder betont, dass die Erfahrungen der gesamten Menschheit uns ermutigen, extrem offen zu sein, was unsere Auffassung von Realität anbelangt, nichts auszuschließen, und sei es auch atypisch. Das Beste, was wir in seinem Sinne und seinem Andenken tun können, ist diese Überzeugung hochzuhalten und darin weiter zu leben.

 

Hannes Schmid, IGAAP,
im August 2023